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Artikel vom: 26.08.2011
Umweltfreundliche Fernwärme
12 Meter lang und mehr als 200 Millimeter dick sind die Rohre, die ab Herbst für warme Wohnungen in Niesky sorgen werden. Sie liefern dann Heizungswärme, die aus regenerativer Energie entstanden ist. Seit Mai 2010 wird an der Anbindung der beiden großen Heizhäuser auf der Ring- und der Pestalozzistraße gearbeitet. Mehr als 2,5 Kilometer Rohrleitungen quer durch das Stadtgebiet waren zu verlegen. Hier entsteht die grüne Heizwärme. Aus einfachen Hackschnitzeln wird Strom und Wärme. Am Rande der Stadt am Ziegeleiweg befindet sich ein modernes Heizkraftwerk. Hier werden Hackschnitzel verfeuert, um Wasserdampf zu erzeugen. Dieser treibt eine Turbine zur Stromgewinnung an. Die bei diesem Prozess entstehende Wärme wird nun für die Wärmeversorgung der Nieskyer genutzt. Zwei Hochleistungspumpen schicken das 95°C heiße Wasser durch die neuen doppelt isolierten Rohrleitungen zu den Heizhäusern. Auf dem Weg dahin müssen die Bahngleise unterquert werden. Der wohl anspruchsvollste Bauabschnitt auf der Trasse. Der Zugverkehr durfte nicht behindert werden. Durch den geplanten Ausbau der Bahnstrecke waren die Anforderungen der Bahn hoch. Die Hauptstrecke musste in 5 Metern Tiefe durchörtert werden. Für das Nebengleis reichten 2,5 Meter. Mit spezieller Technik trieben Tiefbauer aus Thüringen die dicken Stahlrohre durch die Erde. Zentimeter für Zentimeter bohrten und pressten sich die 12 Meter langen Rohrsegmente ins Erdreich, bis das nächste Rohrstück angesetzt und verschweißt werden konnte. Der Übergang von den unterschiedlichen Tiefen wurde in den bestehenden Baugruben realisiert. Hier steckt viel Arbeit und viel Know How drin. Bald verschwindet alles unter der Erde und nichts ist davon mehr zu sehen. Die beteiligten Firmen haben bei diesem Vorhaben beste Arbeit geleistet.Neben den Arbeiten an der Trasse wurden auch die Heizhäuser umgerüstet, um die Auskopplung der Wärme realisieren zu können. Parallel zu den bestehenden Heizkesseln wird das heiße Wasser des Heizkraftwerkes in das Fernwärmenetz eingespeist. Ursprünglich wurde hier die Fernwärme mit Kohle erzeugt, später dann mit Öl und Gas. Nun läuten die Stadtwerke eine neue Etappe ein. Erneuerbare Energien statt fossiler Brennstoffe. Parallel zur neuen Technik bleiben die Heizkessel jedoch bestehen. Sie können an sehr kalten Wintertagen zugeschaltet werden. Noch fehlen die Erfahrungswerte, wie stark der Temperaturabfall vom Heizkraftwerk bis zu den Heizhäusern sein wird. Der kommende Winter wird Klarheit schaffen. Die Stadtwerker hoffen natürlich, so wenig wie möglich auf Öl oder Gas zurück greifen zu müssen. 2,5 Millionen Euro hat die Stadtwerke Niesky GmbH in die neue Fernwärmeanbindung investiert. 23 % davon kamen von der SAB. Langfristig wird sich die Investition durch die stärkere Unabhängigkeit von den Brennstoffen ÖL und Gas sicher rechnen.Energie- und Kosteneffizienz spielen heute eine wichtige Rolle. Bereits 2010 haben die Stadtwerker das Heizhaus auf der Janhstaße neuen technischen Möglichkeiten angepasst und eine Kraft Wärme Kopplung realisiert. Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung wie das Blockheizkraftwerk auf der Jahnstraße erzeugen gleichzeitig Strom und Wärme und nutzen damit bis zu 90 Prozent der eingesetzten Energie. Außerdem erzeugen sie 34 Prozent weniger CO2, als herkömmliche Anlagen. Das Blockheizkraftwerk hat eine elektrische Leistung von 50 kW und 80 kW Wärmeleistung. Seit Dezember 2009 ist die neu errichtete Anlage im Heizhaus Jahnstraße in Betrieb. Die Stadtwerke Niesky haben in die modernen Technik ca. 110.000 Euro investiert.Ab 1. Oktober wird die Wärme zu großen Teilen aus dem Holzheizkraftwerk kommen. Der Kunde wird davon nicht viel spüren. Die Heizung wird seine Wohnung weiterhin wohlig warm halten. Quelle:
Euroregio TV


















