Auf ca. 425 Millionen Euro bezifferte Landrat Bernd Lange am Mittwoch auf einer Pressekonferenz die momentan ermittelte Schadenshöhe im Landkreis. Die Zahl sei jedoch nach oben offen, da darin noch nicht die Kosten für die zerstörte Gleisanlage in Richtung Zittau eingeschlossen seien. 14 Tage nach der Flut seien die Entsorgungs- und Aufräumarbeiten im Norden des Landkreises schon sehr weit fortgeschritten, während im Süden noch verstärkter Handlungsbedarf bestehe. Auf über 5 Millionen Euro belaufen sich momentan die Entsorgungskosten. Von den 5 Millionen Euro Soforthilfe des Freistaates gehen 2,6 Millionen Euro in den Landkreis Görlitz. Eine Arbeitsgruppe mit Vertretern von Gemeinden, Wirtschafts- und Sozialverbänden wird über die Vergabe entscheiden. Anfang September sollen bereits die ersten Gelder an private Härtefälle ausgezahlt werden. Die Schäden an Wohngebäuden belaufen sich auf insgesamt 126 Mio Euro. Landrat Lange verwies darauf, dass Freistaat, Bund und auch die EU sich bei den Folgen der Hochwasserschäden finanziell stärker engagieren müssten. Einen Vorteil sieht Landrat Lange in der Zusammenlegung der Katastrophenstäbe im Landkreis, da habe die oft kritisch betrachtete Kreisreform positive Effekte gebracht. Deutlich kritischer sieht Landrat Lange die Informationssysteme. Er fordert ein dichteres Netz von Messstellen und eine schnelle Verfügbarkeit aktueller Daten. Auch im Informationsaustausch mit Polen und Tschechien sieht der Landrat dringenden Verbesserungsbedarf. Auf einer Sicherheitskonferenz im September in Liberec wird Landrat Lange diese Thema ansprechen, man müsse die Ereignisse der Flutkatastrophe auswerten, und einen gemeinsamen Katalog mit Forderungen aufmachen um derartige Ereignisse in Zukunft verhindern zu können, so der Landrat abschließend.
Görlitz, 05.02.2012 | 20:56 Uhr
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Artikel vom: 27.08.2010
Landrat zieht Hochwasserbilanz
Quelle:
Euroregio TV


















