Gleich zweimal innerhalb von 7 Wochen hat es den Landkreis schwer erwischt. Die Aufarbeitung der Schäden des Jahrhunderthochwassers vom August ist noch voll im Gange, da kehrte das Wasser erneut in die Häuser zurück. Schaden entstand nicht nur an der Neiße sondern im gesamten Landkreis.
Das Wasser hielt den Landkreis auch in dieser Woche wieder fest im Griff. Starke Niederschläge führten sieben Wochen nach dem Jahrhunderthochwasser im August erneut zum gefährlichen Ansteigen der Flüsse im Landkreis. Von Samstag bis Dienstagabend regnete es fast ohne Unterbrechung. Bis zu 90 Liter pro m² wurden teilweise gemessen. Am Sonntagabend wurde die Alarmstufe 1 ausgerufen, am Dienstag galt dann die höchste Alarmstufe, die vier. Die Neiße erreichte einen Pegel von 6 Metern. Damit lag sie einen Meter unter dem Pegel vom August. In Görlitz standen vor allem Straßen und Plätze in unmittelbarer Nähe der Altstadtbrücke unter Wasser. Deshalb musste auch der Zugang von der Uferstraße zum Ochsenzwinger und die Brunnenterrasse im Zwinger selbst vorübergehend gesperrt werden. Damit sollte vor allem eine Beschädigung der Anlage verhindert werden, denn das Wasser bahnte sich recht schnell seinen Weg durch Hochwassersperren und Sandsäcke. Ganz mutige wagten trotz der angespannten Lage einen Spaziergang über die Altstadtbrücke. Auch im polnischen Zgorzelec hatte man sich mit Sandsäcken gegen die drohenden Wassermassen gesichert. Die Brühe machte weder vor Wohnhäusern noch vor Gaststätten halt und hatte sich der Dreiradenmühle bedrohlich genähert. Mit Sandsäcken und Absperrungen versuchte man auch hier die Ufer zu sichern. Die B99 war aufgrund der Überflutungen zwischen Görlitz und Ostritz zeitweise komplett gesperrt. Hier stand jedoch nicht nur die Straße sondern auch die angrenzenden Neißewiesen unter Wasser. Buslinien konnten nicht ihre regulären Routen fahren und der Schienenersatzverkehr der ODEG in Richtung Zittau wurde komplett ausgesetzt.
Durch den aufgeweichten Boden der letzten Regentage wurden wie hier in Königshufen Bäume entwurzelt. Die umgeknickten Stämme und Baumreste mußten durch Mitarbeiter der Abteilung Stadtgrün entsorgt werden. Im Landkreis Görlitz traten zahlreiche Flüsse über die Ufer. So hatte sich auch der sonst friedliche weiße Schöps zu einem reißenden Strom verwandelt. Selbst der kleine Neugraben in Horka wurde zum breiten Fluß, der die Felder unter Wasser setzte. Kurzzeitig musste am Dienstagvormittag auch die S121 zwischen Horka und Niesky teilweise gesperrt werden. Um eine Entlastung der Hochwasser-Situation herbeizuführen wurde am Dienstagabend ein Teil des Wassers der Tasperre Quitzdorf kontrolliert abgelassen. Mit nachlassenden Niederschlägen entspannte sich die Lage im Landkreis. Am Mittwoch wurde der Katastrophenalarm aufgehoben.

















